„Making of Raffi“: Aus der Sichtweise der Autorin


Ich werde jeden Abend von meinen beiden Kindern gebeten (oder soll ich besser sagen: liebenswert überredet?), eine Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen. So entstand die Idee zu Raffi. Als ich begann die Raffi Geschichten aufzuschreiben, war mein Sohn knapp zwei Jahre alt, aber er wusste schon damals sehr genau, dass er gerne „mithelfen“ möchte beim Schreiben der Geschichte. In einem Frage-und-Antwort Spiel habe ich ein paar Details aus ihm rausgekitzelt, die sich mehr oder weniger in Raffis Abenteuern wiederfinden. Natürlich waren seine Einfälle beeinflusst von den Dingen, die er zu dieser Zeit selbst mit seinen Freunden oder im täglichen Leben erlebt hat. Deshalb war nicht alles möglich bzw.hat in die Geschichten gepasst… oder wer kann sich eine Katze vorstellen (Raffi), zu der die „Schnullerfee“ kommt?! 🙂

 

Wer sind die Hauptdarsteller?

Zuerst ging es darum, die Charaktere zu finden. Schnell war klar, es sollten Tiere sein, die Abenteuer auf dem Bauernhof erleben. Ein (Tier-)Mädchen und ein oder zwei (Tier-)Jungs, für die die Namen schnell gefunden waren: Seine besten Freunde bzw. Freundinnen… Raffi, Bruno und Helena waren geboren. (Übrigens möchte ich an dieser Stelle klarstellen, dass nur die Namen von den Freunden „ausgeliehen“ wurden, nicht aber die Charaktere! Es besteht keinerlei Zusammenhang bei den Eigenschaften von Raffi, Bruno und Helena zu lebenden Personen! Die Eigenschaften der Tiere Raffi, Bruno und Helena haben wir uns ausgedacht, damit die Geschichten lustig und spannend werden.)

 

Dass Helena eine Ente sein sollte und Bruno ein Schwein stand auch rasch fest. Lustigerweise gab es schon mindestens fünf Geschichten, bis klar war, dass Raffi eine Katze, oder besser ein Kater war. Es hätte sicherlich auch ein Hund werden können, aber da mein Sohn zu der Zeit ein bisschen Angst vor großen Tieren hatte (Hunde!) und die Nachbarn zu dem Zeitpunkt eine kleine süße Katze bekommen hatten, musste es dann auch eine Katze sein.

 

Mein Ideen-Büchlein & ich …

Meine Ideen werden auf richtigem Papier entwickelt (:-)). Wer mich kennt weiss, dass ich ansonsten viele meiner Notizen digital (mit Microsoft One Note) in mein Smartphone, den Computer oder in meinen Tablet Computer schreibe… Doch in diesem Fall schleppe ich mein Ideen-Büchlein überall mit hin, in das ich alles hinein kritzele, was mir spontan einfällt. Sei es beim Einschlafen im Bett, im Fitness-Studio auf dem Fahrrad oder beim Einkaufen. (Man erkennt dies auch an meiner krakeligen Schrift, da ich in mein Büchlein selten auf einem Tisch oder einer Unterlage schreiben kann.)

 

So sieht die erste „Brainstorming“ Seite zu „Raffi und seine tierischen Freunden“ aus. Ich habe vorhin mein Ideen-Buch noch einmal durchgeblättert. Ich habe ein paar der ersten Ideen in den Geschichten verarbeitet. Viele neue Einfälle sind dazu gekommen, manche sind im Band 2 (Raffi und seine tierischen Freunde. Abenteuer im Kindergarten) umgesetzt und andere Ideen wiederum werde ich noch in weitere Raffi-Abenteuer einbauen.

 

Erste Ideen Raffi - Brainstorming

Brainstorming und Ideenfindung zu Band 1 „Abenteuer auf dem Bauernhof“

 

Bei der Geschichte „Zehn Enten springen über einen Zaun“ habe ich so angefangen: Oh ja, meine Schrift ist wirklich sehr unleserlich (ich habe es bei Puls 130 auf dem Ergo-Fahrrad im Fitness-Studio in mein Büchlein geschrieben.)

 

Zehn Enten mit Hut springen über einen Zaun - Brainstorming

Brainstorming zu „Zehn Enten mit Hut springen über einen Zaun“

Zehn Enten mit Hut springen über einen Zaun - erster Entwurf

Erste Rohfassung zu „Zehn Enten mit Hut springen über einen Zaun“

 

Wer das Buch liest, erkennt natürlich auch schnell, dass ich diese Rohfassung noch einige Male geändert und korrigiert habe… aber die Grundidee des ersten Brainstormings ist gleich geblieben.

 

Viele Korrekturdurchläufe später, in denen ich Ideen verworfen, wieder eingebaut und Sätze umformuliert habe (um meinen „österreichischen“ Satzbau einem allgemein gültigen deutschsprachigen Stil anzupassen), Feedback von meinen Gegenlesern eingearbeitet habe, kam die wichtigste Aufgabe: Wie soll das Buch heißen? Und behalte ich die Titel der Geschichten oder findet sich vielleicht doch noch eine bessere Überschrift? (Fragt man fünf Leute, bekommt man sechs unterschiedlich Antworten! :-))

 

Oh nein, ich kann nicht zeichnen!

Irgendwann war ich mit meinen Geschichten zufrieden. Doch was sind Kindergeschichten ohne Bilder? Nichts! Da ich nicht zeichnen kann, brauchte ich jemand, der diese Kunst beherrscht: Lothar Krebs von Krebs Illustration Studios. Wie Raffi und seine tierischen Freunde zeichnerisch zum Leben erweckt wurden, erzähle ich demnächst in meinem nächsten Blog! 🙂

 

Zusammen mit Lothar Krebs habe ich noch das ein oder andere Detail in den Geschichten (bzw. er in den Illustrationen) verändert, damit die Illustrationen auch genau zum Inhalt passen (z.B. sollten die „Watschler“, die Ente Helena auf Brunos Bauch hinterlässt, wenn sie aus dem Bett über ihn klettert, zu den Farbtöpfen und der „Kletter-Richtung“ passen.)

 

Die Illustrationen sind fertig. Und nun?

Wieder habe ich einige Stunden mit Korrekturlesen verbracht. Insbesondere beim abendlichen Vorlesen ist mir das ein oder andere Detail noch aufgefallen, das ich geändert habe oder meine Söhne geändert haben wollten. Und dann gingen die Seiten an Dr. Ana Kugli, die die Raffi Geschichten professionell lektoriert hat. Danach zu DMBO – Studio für Gestaltung für das Buch-Layout und -satz. Den Rest der Bucherstellung und des -Drucks erspare ich meinen Lesern an dieser Stelle, aber ich kann Euch versichern, es war noch ein weiter Weg bis zum fertigen Buch. Wer mehr dazu lesen möchte: Ich habe auf meinem persönlichen Leseworte Blog das ein oder andere Kapitel dazu geschrieben. 🙂